Dabu Flow AG
Aus der Werkstatt

16. Oktober 2026

Zehn Jahre Newsletter. Null Ausgaben.

Seit rund zehn Jahren kann man sich bei uns für einen Newsletter anmelden. Geschrieben habe ich keinen einzigen. Hier sind die zehn Gründe dafür, und warum ich jetzt trotzdem anfange zu schreiben ...

Ich habe mir aufgeschrieben, warum aus dem Newsletter nie etwas wurde. Es sind zehn Gründe geworden, ungefähr einer pro Jahr:

  • Die Zeit hat immer etwas anderes verlangt.
  • Im Entwicklermodus fallen mir keine Geschichten ein.
  • Ich stecke so tief im Thema des Tages, dass ich nicht sehe, ob es etwas wert ist.
  • Nach drei Beiträgen wieder aufhören schien mir schlimmer, als gar nicht anzufangen.
  • Über Positionierung und Tonfall hatte ich nie nachgedacht. Bevor ich dazu kam, war die Zeit schon weg.
  • Ich schreibe langsam und verheddere mich in tausend Neuformulierungen. Schreiben ist nicht meine Kernkompetenz.
  • Ich hatte Angst, mein Wissen zu früh preiszugeben und dann ausgenutzt zu werden. Bei Kollegen habe ich das mehrmals erlebt.
  • Ich wusste nicht, ob das, was ich zu erzählen habe, für andere von Belang ist.
  • Wenn Ideen kommen, kommen sie in Schwällen, und ich weiss nicht, welche davon hinaus soll.
  • Und ich hatte Angst vor der Kreativpause danach.

Wahrscheinlich gibt es noch hundert weitere.

Mehr Zeit habe ich auch heute nicht. Geändert hat sich etwas anderes. Dieses Mal habe ich zuerst darüber nachgedacht, wofür ich stehe und wie ich klingen will, und erst danach den ersten Satz geschrieben. Die Ideen schreibe ich auf, sobald sie kommen. Die Liste ist inzwischen länger als die Zeit zum Schreiben.

Beim Formulieren hilft mir inzwischen auch eine KI. Sie liefert schnell einen Entwurf, dafür muss ich sie gelegentlich an die Leine nehmen. Diesen ersten Beitrag habe ich allerdings selbst geschrieben. Sie durfte die Rechtschreibung korrigieren.

Und die Angst, Wissen preiszugeben, ist kleiner geworden. Ich muss nicht mehr bei jedem Gedanken überlegen, ob ich ihn besser für mich behalte. Manches möchte ich inzwischen einfach erzählen.

Deshalb fange ich jetzt hier im Blog an. Stoff gibt es genug: Ich entwickle seit über fünfzehn Jahren im Alleingang ein grosses System. Seit einigen Monaten arbeitet eine KI mit. Das bringt einiges in Bewegung – auch meine Vorstellung davon, wie ich arbeite.

In den nächsten Beiträgen erzähle ich, was sich dadurch verändert hat, was dabei schiefging und welche Frage ich mir vor fast jeder Entscheidung stelle.

Alle Beiträge